Rückblick Vorrunde 2011/12
Donnerstag, den 17. November 2011 um 00:23 Uhr

Der Saisonstart gestaltete sich wegen Betätigung der Notbremse in der Trainerfrage und des Ausscheidens des Teammanagers, wie eine Geburt mit Kaiserschnitt. Als Trainer konnte glücklicherweise Pasqualino Gaudiero, 2. Mannschaft (2. Liga) des FC Biel, noch kurzfristig verpflichtet werden. Die Aufgaben des Teammanagers teilten sich der Trainer und der Masseur. Zum gegenseitigen Beschnuppern blieb kaum genug Zeit, hatte doch der Trainer, ob der zu erwartenden fussballlosen Zeit, noch Ferien gebucht. „Das kann ja heiter werden!“, wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt.

Der Kader konnte mit Luzubu (St. Imier), Rudolf (FC Selzach), Arifi (Iliria), Selkic (Fulgor), Fitim Sadriji (GC U18, nur auf Zusehen hin) und Sakiri (aus den eigenen Junioren A) verstärkt werden. Einige Spieler erwiesen sich als Zugvögel, kaum da, waren sie schon wieder weg. Die Personalabteilung sollte im Verlauf der Vorrunde noch für einige Aufregung, heisse Diskussionen und rote Köpfe sorgen. Im Verein war man sich einig, mit diesem Spielermaterial sollte sich das Minimalziel „Klassenerhalt“ realisieren lassen. „Die hei nid aui Tasse im Schrank“, konterten böse Zungen, „bi däm Klassekader, bisch vorne derbi!“

Am Sonntag, 14. August 2011, folgte der Startschuss ins Abenteuer „2. Liga“. Gegner auf der Riedern war der FC Gerlafingen. Peter Mühlhauser schrieb im Matchbericht: „… bekundete der Gast hinten alle Mühe gegen die schnellen und versierten Grenchner und war mit dem 3:0 noch gut bedient.“ Torschützen Sadriji, Demiri und Mühlhauser. Ein Auftakt nach Mass! Im zweiten Spiel vermochte Wacker auswärts gegen Dulliken mit dem 3:1 Sieg zu überzeugen (Torschützen: Demiri, Sakiri, Sadriji). Gegen den SC Fulenbach zeigte unser Team erneut erfrischenden Fussball und gewann, in der 92. Minute schlug ein Hammer von Vogt im gegnerischen Tor ein, völlig verdient mit 2:1. 3 Spiele, 3 Siege, was für ein Saisonauftakt!

Wacker mit Mann und Maus zum Termin (e geile Ablick!)

In Trimbach brauchte es Glück und einen gut aufgelegten Allemann im Tor von Wacker. Mit einer mässigen Leistung ergatterte man noch einen Punkt (1:1, Torschütze Corti) und wahrte die Ungeschlagenheit. Gegen das harmlose Wangen b.O. genügte eine durchschnittliche Leistung. Demiri, Vogt und Doppeltorschütze Sakiri trafen zum 4:0 Heimsieg. Es war wohl jedem Wackerianer klar, dass dieser Lauf mal ein Ende findet, aber so abrupt und brutal! Dabei hätte Wacker, entgegen aller Vernunft, in Führung gehen können. Aber eben – es war kein Wacker-Tag, die 4:0 Watsche verdaute man anschliessend auf einer kulinarischen Irrfahrt im Solothurner Jura. Der Eine oder Andere, berichtete man, habe auf der Heimfahrt sogar das Notfallpaket angeknabbert und den Kompass zu Rate ziehen müssen. Traue keinem Masseur, denn…

Spitzenkampf! „Der Sieg Oltens war ohne Frage verdient, wenn er auch um ein bis zwei Tore zu hoch ausfiel. Wacker war spielerisch nicht etwa die schlechtere Mannschaft, musste sich aber vor allem der individuellen Klasse z.B. eines Jakupovic oder Osaj beugen, die in jedem Spiel den berühmten Unterschied ausmachen können. Dazu wurde im Abschluss gesündigt, was man sich gegen einen solchen Gegner einfach nicht leisten kann. Bemerkenswert, dass nur ein einziges der fünf Tore richtig herausgespielt war, sonst gab es drei Distanzschüsse, alles herrliche Tore, und einen Strafstoss zum Schluss“, so Peter Mühlhauser auf der Homepage nach dem Spitzenspiel. Im Spiel SC Blustavia - Wacker 2:0 verlor unser Team das Verfolgerduell völlig unnötig. In der 1. Halbzeit trumpfte Wacker dominant auf und versiebte alles was an Chancen herausgespielt wurde. Blustavia benötigte lediglich zwei Konter zur Siegsicherung. Die liebe Effizienz lässt grüssen. Jetzt musste dringend ein Erfolgserlebnisher! Ein klassischer Hattrick von Mead Demiri und ein Heber von Zurschmiede besiegelten das Schicksal Bellachs. Wie bereits oben erwähnt, liess auch in diesem Spiel die Effizienz zu wünschen übrig, richtete aber keinen Schaden an. Die Position in der Spitzengruppe konnte gefestigt werden.

Was sich bis kurz vor Anpfiff zum Spiel gegen den FC Luterbach alles ereignete – oder eben auch nicht, liess Böses erahnen. Im Matchbericht war zu lesen, „Pasqualino Gaudiero war im Vorfeld dieses Spiels wahrlich nicht zu beneiden, eine Hiobsbotschaft jagte die andere. So standen bei Anpfiff lediglich 13 Spieler (inklusive Ersatztorhüter Schmid) zur Verfügung. Von diesen 13 Cracks beklagte sich Scheller über Gliederschmerzen, Zurschmiede's Adduktoren spielten verrückt und Schlup's Bänder im Fussgelenk zeigten einen verbesserten aber noch nicht schmerzfreien Zustand. Abwesend war Selkic (Vorkurse für Sportstudium) und nicht von Anfang an zur Verfügung standen Demiri (Arbeit bis 17.00h) und die Junioren A Elezi und Nolfo (Match gegen Solothurn), Beat Lauper sorgte noch vor der Pause für deren Anwesenheit. Herzlichen Danke Beat für den Taxidienst und den Jungs Daniele, Nazim, Nicolas und Syart fürs Aushelfen! Zur Aufklärung unserer Homepage-Besucher wollen wir die nicht zur Verfügung stehenden Spieler und die Gründe ihrer Abwesenheit erwähnen: Aebischer R. (mit grossem Enthusiasmus im Aufbautraining), Bischof (Knieprobleme), Hochuli (trat in einen rostigen Nagel), Mühlhauser (schöpferische Pause), Sakiri (vaterländische Zerrung), Arifi (sucht sich einen neuen Verein). Das spielerisch überlegene Wacker entschied mit zwei Demiri-Toren das Spiel verdient für sich. Das Kompliment gilt dem ganzen Team für die kämpferische Leistung. Zum Vorrundenausklang in der Meisterschaft, ein Cupspiel stand noch an, empfing Wacker die GS Italgrenchen zum Derby.

Foto: Hans Peter Schläfli

Was die zahlreich aufmarschierten Zuschauer zu sehen bekamen, entsprach bester Zweitligakost. Torszenen, Torhüterparaden, Zweikämpfe, Laufduelle, Torschüsse – einfach alles was das Herz eines Fussballbegeisterten erfreut. Das 1:0 erzielte Corti mit einem Gewaltschuss aus der zweiten Linie, Demiri erzielte mit seinem 10. Saisontor das erlösende 2:0. Dieser Sieg sicherte Wacker, mit fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer FC Olten, den erfreulichen dritten Tabellenrang.


Im Solothurner Cup führte die erste Reise zum FC Däniken-Gretzenbach.


Bei dieser Gelegenheit konnte der FC Wacker das von der Altola AG in Olten und Pieterlen gesponsorte Dress einweihen. Wir danken Herrn Roland Meier (Unter-nehmensleiter) und der Firma Altola für die noble Geste.


Nur knapp entging der FC Wacker, nach einer 2.0 Führung durch Tore von Sakiri und Demiri, einer Verlängerung. In der 91. Minute sorgte das Sturmduo, Sakiri traf auf herrlichen Pass von Demiri, für die endgültige Entscheidung. Im Achtelsfinale wartete der FC Deitingen. Budi schrieb dazu im Matchbericht: „Wacker zeigte von Beginn weg eine engagierte Leistung, liess den Ball laufen, kombinierte was das Zeug hielt und schoss aus allen Rohren. Die Jungs waren kaum wiederzuerkennen! Gegenüber den letzten Partien produzierte man nicht nur Torchancen, nein, in Sachen Effizienz liess man keine Zweifel aufkommen, nach 22 Minuten hiess es bereits 0:3. Das neu formierte Sturmduo Demiri und Elezi, Sakiri war beruflich abwesend, harmonierte hervorragend und zersauste die heimische Verteidigung mal für mal. Das Mittelfeld mit Rudolf, Corti, Zurschmiede und Vogt (jaja, er durfte da mal ran), sprühte vor Spielfreude und fütterte die Sturmspitzen mit Traumpässen und Massflanken. Die Verteidigung mit Torhüter Allemann, zentral mit Luzubu und Scheller und aussen mit Selkic und Nolfo (Hut ab, tolle Leistung), strahlte Sicherheit aus und liess nichts anbrennen (oder fast nichts). Die Ersatzleute Aebischer, Sadriji und Arifi fügten sich nahtlos in die Mannschaft ein. Male wurde wegen lädierter Bänder und nicht optimalen Sichtverhältnissen (Gefahr von Misstritt) geschont. Fiore, unserem Ersatztorhüter, danken wir herzlich für das jederzeit tolle Engagement im Kreise der ersten Mannschaft. Der konfortable 4:1 Sieg brachte Wacker in den Viertelfinal, als Gegner wurde Selzach zugelost. Dieses Kapitel hacken wir schnell ab. Mit einer unterirdischen Leistung erarbeitete sich Wacker gegen das kämpferisch auftretende Selzach kaum Chancen und verlor, gegen einen hungrigen und willigen Gegner, verdientermassen mit 2:0.


Trotz dieser Schlappe darf man mit Genugtuung auf die erste Saisonhälfte zurückblicken. Der angestrebte Klassenerhalt dürfte nach menschlichem Ermessen nicht mehr zur Diskussions stehen. Ohne die Ziele nachträglich frisieren zu wollen, liegt ein Platz im Spitzenquintett absolut im Rahmen des Möglichen. Ist dem Trainer eine konkrete Aussage darüber zu entlocken, wird umgehend informiert. Das Cup-Aus ist ärgerlich und unnötig, die Blessuren sind aber bereits verheilt.


Zieht man die Statistik des Trainers zu Rate, wird die eingangs angesprochene Personalfluktuation deutlich sichtbar und hinterlässt Fragezeichen. In elf Meisterschaftsspielen und 3 Cupmatches kamen insgesamt 27 Spieler zum Einsatz. Ein Spieler aus der 2. Mannschaft (K. Corti), 6 Spieler aus den Junioren A oder B, 13 Spieler aus dem zur Zeit bekannten Kader für die Rückrunde, 2 vorzeitige Abgänge, 3 geplante Abgänge (Aebischer’s und Schlup) und 2 mit ungewissem Status (Bischof, Mühlhauser). Leider hat auch die Verletzungshexe zugeschlagen und die Aushilfen ebenfalls nicht verschont. So verletzte sich am Cupspiel Kevin Corti und fiel für den Rest der Saison aus. Manuel Reber von den Junioren ereilte das gleiche Schicksal. Hochuli musste vorzeitig die Saison beenden und Sakiri streckte ebenfalls die Waffen. Kleinere und grössere Blessuren zwangen den einen oder anderen Spieler zu ungewollten Pausen und den Trainer zu ungewollten Rochaden.

 

Auch wenn die Spielersuche bei den Junioren nicht immer geräuschlos über die Bühne ging (aus verständlichen Gründen, wohlverstanden), so darf doch die Zusammenarbeit mit der Juniorenabteilung als gelungen bezeichnet werden. Einen gebührenden Dank wollen wir an dieser Stelle platzieren. Vor denjenigen Spielern, die sich als Edelreservisten ohne Einsatz zur Verfügung gestellt haben ziehen wir den Hut und bedanken uns herzlich. Stellvertretend für alle haben wir Lucio Fiore (Torhüter) bildlich in den Text integriert. Übrigens – auf unsere Jungen können wir stolz sein – geili Cheibe!



Mäci weist mit Silvan Rudolf den höchsten %-Satz an Trainingsleistungen auf. Mit seiner Präsenz an den Spielen (100%) ist Mäci einer der ganz wichtigen Führungsspieler in unserem Team. Bitte schenkt allerdings den Trainingszahlen nicht allzu viel Beachtung. Gibt es doch etliche, welche auf dem letzten Zacken aus irgendeiner Himmelsrichtung ans Training „jufle“ oder, weil ihnen der Chef einen Strich durch die Rechnung macht, halt mal ein Training ausfallen lassen müssen.


In relativ kurzer Zeit hat es Pasqualino Gaudiero geschafft, das Team zu formen und für die 2. Liga fit zu machen. Fit machen heisst aber auch, einen kollegialen und respektvollen Umgang zu pflegen und den Teamgedanken zu stärken. Die ruhige und besonnene Art des Trainers hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Konzentriert und mit Spass packt das ganze Team die Sache an. Die Ernennung von Daniele Caroli zum Teamkoordinator zeigt im Nachhinein, dass mit der Komplettierung des Staff mit dieser Funktion ein wichtiger Schritt vollzogen werden konnte. Die Verantwortlichen rund ums „Eis“ ergänzen sich hervorragend und bilden ein schlagkräftiges Team.


Nun geht es an die Planung einer erfolgreichen Rückrunde, Veränderungen sind angekündigt und die Verantwortlichen gefordert. Das der Aufstieg in die 2. Liga bei einigen Spielern mit viel Trainingsaufwand und wenig Ertrag (Einsatzzeit) verbunden ist, liegt in der Natur der Sache. Sei es weil die bevorzugte Position optimal besetzt ist, oder weil der Trainer die Möglichkeiten des Spielers anders einstuft. So wird der FC Wacker auf die Rückrunde mit Abgängen nicht verschont. Nach ruhigen und konstruktiven Gesprächen zieht es Raphael und Yannik Aebischer und Martin Schlup (die kannst du nur im Triopack haben) vorerst für die Rückrunde zu ihrem Stammverein, dem FC Leuzigen. Wir bedauern den Abgang sehr und werden ihre tolle Art in vielen Situationen schmerzlich vermissen. Wir wünschen ihnen privat und sportlich viel Erfolg. Die restlichen personellen Vakanzen sind in der Pipeline und werden auf der Homepage zur gegebenen Zeit veröffentlicht.

 

Die folgenden Spieler standen in der 1. Mannschaft in der Vorrunde im Einsatz:



Bala Syart - Elezi Nazim - Gromlic Aldin

Heer Marco - Nolfo Daniele

Pepshi Granit - Reber Manuel

Wolf Pascal - Schmid Nicolas

 

Es härzlechs Merci für e tolli Kameradschaft und e erfougrichi Vorrunde!

 

 

 

Schlusswort

 

Es isch eigetlech scho erschtunlech, dass die Mannschaft so vüu Punkt ghout het. Wüsse die Mürgle nid emou, wie me Dresshose richtig aleit...

 

 

... u dr Samichlous hocket scho im Septämber uf em Wackerbänkli! Das isch e komische Verein!

 

 

Hopp Wacker!

 



November 2011 /Budi

 

Sponsoren

Banner
Banner
Banner
Banner
Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by FC Wacker Grenchen